Mindfulness auf You Tube!

Lange Zeit habe ich es angedacht, abgewogen und zuletzt vor allem realistisch erwogen: Meinem Blog eine neue Richtung durch ein anderes Format zu geben: die Video-Form!

Weit hat mich der finale Entschluss für einen You Tube Channel aus meine Comfort-Zone gelockt. Ich schätze daher hat er letztlich auch schon über 4 Jahre in mir gereift: der Gedanke daran, einen You Tube Channel zu gründen. Die Idee war naheliegend: ich rede gerne über meine Herzensthemen. Insgesamt rede ich gern und viel. Und meistens macht es mir auch Freude, wenn man mir dabei zuhört.

Jedoch einen eigenen You Tube Channel gründen?? Dafür braucht es entsprechendes Equipment, eine gute Kamera, gutes Licht, Fertigkeiten in Schnitt und Bearbeitung. Eine prägnante Idee und Message, die sich gut in einen Film umsetzen lässt… Zudem: ein ganz schön dickes Fell gegenüber potenzieller Kritik!

Für 2017 habe ich es mir vorgenommen und vor 3 Wochen mein erstes Video hochgeladen. Ein Zweites folgte bereits…

Das Ergebnis könnt ihr euch hier anschauen:

 

Über euren Besuch bei You Tube würde ich mich freuen! Und falls es hier etwas ruhiger wird, wisst ihr, wo ihr mich finden könnt 😉

Bis dahin!

Amy

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Was tun gegen den Winter-Blues?

Weihnachten neigt sich dem Ende zu, doch der Winter bleibt. Wenn es nach mir ginge, würde sich gleich nach dem Jahreswechsel schon wieder der Frühling einstellen. Doch wir leben hier in Deutschland, somit ist realistischerweise davon auszugehen, dass das nass-graue Wetter uns noch den ein oder anderen Monaten erhalten bleiben wird.

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Achtsamkeit und Akzeptanz hin oder her… Die Kälte, das fehlende Sonnenlicht und die kurzen Tage sind für den Körper eine geballte Herausforderung! Nicht selten leiden Stimmung, Antrieb, das Immunsystem und die Motivation in dieser Jahreszeit enorm. All dies kann zu der aktuellen Jahreszeit relativ normal und in aller Regel harmlos sein. Sobald die Sonne wieder häufiger scheint, bilden sich diese Symptome meist vollständig zurück.

Nichtsdestotrotz kann der Winter-Blues hartnäckig und lästig sein! Das Positive ist, dass man so Einiges unternehmen kann, um dem Wintertief die Stirn zu bieten. Daher möchte ich heute ein paar Methoden beschreiben, die ich sowohl im klinischen Alltag meinen Patienten empfehle, als auch selbst versuche anzuwenden, um fit durch den Winter zu kommen und der Stimmung regelmäßig einen Boost zu verpassen!

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Los geht’s…

1. Bau Bewegung in deinen Alltag ein: Dieser Punkt ist relativ selbsterklärend… Sport und Bewegung haben erwiesenermaßen auf unseren Körper und unser Gehirn eine antidepressive Wirkung. Daher rät es sich an, dem inneren Schweinehund gerade im Winter fleißig zu trotzen! Sport (z.B. leichtes Ausdauertraining) regt die Produktion von Glückshormonen an, die uns durch mangelndes Tageslicht oftmals fehlen. Diese nennen sich z.B. Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Eine erfahrene Therapeutin erklärte mir mal, dass sie Menschen mit leichten Depressionen vor Therapiebeginn anrate, mindestens einmal pro Woche Sport zu treiben, bevor sie mit der Psychotherapie bei ihr beginnen. Tatsächlich sei ihre Erfahrung dabei, dass ein Großteil der Therapie-Suchenden ihre Stimmungsschwankungen ohne die Aufnahme einer Therapie in den Griff bekämen, wenn sie eine regelmäßige Sportroutine aufbauten. Weiterer positiver Nebeneffekt: Sport stärkt unser Immunsystem und kann helfen, uns vor Grippe- und Erkältungsviren effektiver zu schützen.

2. Plane positive Aktivitäten ein: Ähnliches gilt auch für den Effekt von positiven Aktivitäten = Hobbys! Gerade wenn man beruflich sehr eingebunden ist, ist man oftmals geneigt nach Feierabend die Beine hochzulegen, um sich auszuruhen. Jedoch kann dies auch zur Falle werden, wenn man es im Winter versäumt alt geliebte Hobbys zu pflegen. Es ist ein wissenschaftlich anerkannter Fakt, dass ebenso wie auch Sport, positive Aktivitäten wie ein natürliches Antidepressivum auf die Stimmung wirken. Und solche positiven Aktivitäten sind selbstverständlich hoch individuell. Alles geht, was dein Herz zum Schlagen bringt: Musizieren, Kochen, Lesen, Schreiben, Zeichen etc., was auch immer DIR Spaß macht!

3. Pflege deine sozialen Kontakte: Nicht selten ist es so, dass wir uns unter schlechter Stimmung tendenziell eher zurückziehen. Wer diesem Rückzugsdrang zu häufig nachgibt, läuft jedoch Gefahr sich zu sehr zu isolieren und die Stimmung dadurch noch weiter zu verschlechtern. Denn gute Gesellschaft wirkt sich positiv auf unser Stimmungsbild aus! Oftmals ist es so, dass niedergeschlagene Stimmung uns zu genau dem bewegen möchte, was für unsere Stimmung eher schädlich ist. Also gerade dann, wenn sich ein Stimmungstief einstellt, ist es umso wichtiger die Fühler auszustrecken und unter Menschen zu gehen!

4. Begrenze negative Gedanken: Kennt ihr folgendes Phänomen… Euer Leben ist eigentlich in Ordnung. Doch plötzlich befällt euch eine schlechte Stimmung, die euch dazu bringt euch selbst, euer Leben und insgesamt viel zu vieles in Frage zu stellen? Wenn nicht: Lucky you! Jedoch ist genau das ein häufiges und gut untersuchtes Phänomen: unsere Stimmung beeinflusst unser Denken, und unser Denken beeinflusst unsere Stimmung. Das kleine Einmal-Eins der Psychotherapie. Bei schlechter Laune stechen einem plötzlich vor allem die Dinge ins Auge, die einem zuletzt nicht gelungen sind. Oder uns fallen die Dinge ein, die wir noch zu erledigen haben, oder die Dinge, die uns gewisse Sorgen bereiten. Das Sorgen und Grübeln ist wie ein Fass ohne Boden. Gewiss: unsere Gedanken sind dazu da, um Probleme zu lösen, wenn es uns mal nicht so gut gehen sollte. Wenn einem jedoch klar ist, dass die schlechte Stimmung vor allem auf den dunklen Winter zurückzuführen ist, ist es müßig in dieser schlechten Stimmung alle möglichen Probleme zu wälzen, ohne zu einer konstruktiven Lösung zu kommen. Denn genau dies nennt man Grübeln: der gedankliche Versuch ein Problem zu lösen, das gedanklich nicht zu lösen ist. Gerade bei schlechter Stimmung rät es sich an, seine Gedanken gut zu beobachten und darauf hin zu prüfen, ob sie uns einer Lösung näher bringen, oder eben nur dazu führen, dass wir uns schlechter fühlen. Fühlen wir uns durch diese Gedanken nur schlechter, machen uns runter usw., gilt es sich abzulenken, und Punkt 1, 2 und 3 zu berücksichtigen.

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5. Praktiziere Achtsamkeit!: Selbsterklärend – auf diesem Blog darf Achtsamkeit nicht fehlen! Geht es uns nicht gut, ist unsere Stimmung schlecht, sind wir zum Grübeln geneigt, rückt Achtsamkeit oftmals in weite Ferne. Warum? Weil die Stimmung wohlmöglich niedergeschlagen, unruhig oder irgendwie schlecht auszuhalten ist. Unser Verstand möchte sich einer solchen Stimmung eher ungern stellen. Ohnehin haben wir in unserem Leben ja meist die Erfahrung gemacht, dass traurige Gefühle etwas Negatives sind. Wir werden angehalten nicht zu weinen, „stark“ zu sein (à la „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ – Da dreht sich einem Achtsamkeitsfan der Magen um!). Somit wird einer gewissen grundlegenden Unachtsamkeit der Weg schon früh bereitet. Die Lösung? Bleib mit deiner Aufmerksamkeit bei deinem „mulmigen“ Gefühl. Schau es dir an. Achte auf deinen Atem und versuche mit einer wissenschaftlichen Neugier deine etwas unwohlen Gefühle zu untersuchen – bewerte sie nicht. Mache dir bewusst, dass im Hier und Jetzt keine Gefahr droht. Mache dir bewusst, was es im Hier und Jetzt für dich Positives gibt. Versuche dich im Hier und Jetzt zu verwurzeln. Mehr Magie gibt es hinter dem Begriff der Achtsamkeit letztlich nicht. Nutze dies, wenn die Stimmung schlecht ist! Wissenschaftliche Studien liefern Hinweise darauf, dass eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis Stress reduzieren, die Lebensqualität verbessern und vor Depressionen vorbeugen kann.

6. Befrag deinen Arzt zu deinen Beschwerden: Es gibt diverse medizinische Wege, die sowohl nebenwirkungsarm sind, als auch dem ein oder anderen winter-assoziierten Übel entgegenwirken können: z.B. kann es ratsam sein, seinen Vitamin-D-Spiegel checken zu lassen, und ggfs. Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Man nimmt an, dass im Winter ein Großteil der Allgemeinbevölkerung unter Vitamin-D-Mangel leidet. Ähnlich wichtig wie das Vitamin D ist für unseren Körper auch das Vitamin B12, welches gerade unter Stress vermehrt vom Körper benötigt wird, und essentiell für unser Nervensystem ist. Man vermutet, dass auch das Immunsystem unter einem Vitamin B12-Mangel leiden kann. Wenn euch also der Blues packt, sprecht mit eurem Arzt über Vitamin B12, nur um sicher zu gehen! Wenn ein Mangel festgestellt oder vermutet wird, kann der Arzt unterschiedlich dosierte Ergänzungsmittel anordnen. Sind eure Vitamin-Spiegel im grünen Bereich, und die Stimmung trotzdem schlecht, können auch pflanzliche Präparate der Stimmung Auftrieb geben. So hat sich in einigen wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt, dass z.B. Mittel auf Lavendel-Öl-Basis einen positiven Einfluss auf die Stimmung beim Menschen haben können. Für weitere Infos, fragt euren Arzt oder Apotheker!

7. Geh an die frische Luft! Auch wenn die Lichteinstrahlung rar ist, sollte man diesen Faktor nicht komplett ausblenden. Sollte sich eine Möglichkeit ergeben, den ein oder anderen Sonnenstrahl mitzunehmen, sollte man dies ausnutzen. Also lieber mal das Auto stehen lassen, oder die zwei Bahnhaltestellen zu Fuß laufen. Kälte hin oder her – dick eingepackt kann man der Stimmung etwas Gutes tun, wenn man den Körper an die frische Luft bringt, das Gehirn mit frischem Sauerstoff versorgt, und die ein oder andere Spur Vitamin-D abbekommt.

8. Versuch dich nahrhaft zu ernähren….. Ich weiß, ich weiß… Die Weihnachtszeit steht an, was nach Spekulatius, Lebkuchen, Marzipan und Glühwein ruft. Ich bin ein großer Fan davon, und schwöre dem sicherlich nicht ab. Dennoch macht es Sinn neben all den Leckereien, die vielerorts reichlich angeboten werden, auf eine „gesunde Basis“ zu achten. Ich versuche bei meinen „Hauptmahlzeiten“ vollwertige Kost zu mir zu nehmen. Der leckere Rest kommt„on Top“, und soll ja auch bekanntermaßen Glückshormone freisetzen 😉

Das war er schon – mein persönlicher Querschnitt durch die stimmungsaufhellenden Ansätze, auf die ich therapeutisch gerne mal zurückgreife. Im Grunde genommen geht es gerade im Winter darum, „gut“ zu sich zu sein und bei der Selbstfürsorge besonders viel Sorgfalt an den Tag zu legen.

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Mich würde interessieren, was so eure Tipps und Tricks gegen den Winter-Blues sind??

Bis bald und Merry X-Mas!!

eure Amy

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Achtsamkeit auf Instagram. – Sinnvoll oder ein Widerspruch?

Ich habe es getan… Mir ein Profil auf Instagram zugelegt! Yai… Oder wohl doch eher: Ohje?!

Dieses ganze Instagram-Ding habe ich bislang eher kritisch gesehen. Unmengen an Menschen, die sich mit vollem Körpereinsatz in unnatürlich ausschauende Posen werfen, ihr Essen drappieren und von diversen Winkeln ablichten, um das perfekte #picoftheday hochzuladen. Vorher wird dies noch mit einem schicken Filter überzogen, et voilà! Die Likes können kommen!

Also wieso tummele ich mich nun mit meiner achtsamen Mission auf dieser Monster-Ego-Plattform namens Instagram herum?

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Nunja… Da gibt es verschiedene Aspekte einer Antwort, die ich im Folgenden darstellen möchte:

1. Es ist schwer zuzugeben, aber im Herzen bin ich eine Selbstdarstellerin. Als versuchsweise achtsames Wesen ist diese Erkenntnis eine bittere Pille. Jedoch bringt es nichts, drum herum zu schwafeln: ich mag es zu einer gewissen Dosis positive Aufmerksamkeit zu erhalten. Sei es als Kind auf der Bühne von Musical-Produktionen, als Teenie bei HipHop-Tanz-Performances, als Studentin bei Fotoshootings oder jetzt als berufstätige Psychologin auf diversen Blogging-Plattformen. Soll heißen: Irgendwo scheine ich bewusst oder unbewusst immer wieder der Interaktion und der Aufmerksamkeit meiner Umwelt entgegen zu streben. Psychologen nennen dieses Phänomen Extraversion als Gegenstück zur Introversion. Als Teenie und in meinen anfänglichen 20ern versuchte ich mir dieses Streben nach Aufmerksamkeit auszureden – zu groß die Gefahr auf Ablehnung zu treffen, mit der ich lange Zeit so meine Probleme hatte. Aber wenn ich mal einen achtsamen Blick auf mein Leben und mein Wesen werfe, ist es so, dass ich Aufmerksamkeit durch andere ab und zu ganz gut leiden kann. Mir ist bewusst, wie hochtrabend das klingen mag… Aber wieso um den heißen Brei reden?

2. Achtsamkeit zu verbreiten ist mein Anliegen! Im zweiten Aspekt meiner Beweggründe für Instagram ist es so, dass ich von Herzen gerne auch Psychologin und Psychotherapeutin bin. Ich liebe den Part meines Jobs, an dem ich dem ein oder anderen Menschen dabei helfen kann, ihr Leben an gewissen Stellen zu optimieren. Der Mensch geht den Weg, ich als Therapeutin gebe Input, der dem Menschen helfen kann, neue Entscheidungen zu treffen, mit denen er oder sie glücklicher und zufriedener sein kann.

Ich mag meinen Job als Psychotherapeutin sogar so sehr, dass ich die Arbeit an Selbstentwicklung und Identitätsfindung nicht nur bei meinen Patienten vorantreibe, sondern von vielen Erkenntnissen über Psychologie und Psychotherapie selbst auch profitiere. Gerade die Achtsamkeit als Königsweg zu einem ausgeglichenen Leben sticht für mich seit mehreren Jahren heraus. Es hat mein Leben tiefgreifend verändert, und auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind mehr als vielversprechend. Und es macht mir wahnsinnig viel Spaß darüber nachzudenken, zu sprechen und zu schreiben.

3. Achtsamkeit an den jungen Menschen zu bringen ist keine leichte Kiste! Nun habe ich bislang dargelegt, weshalb ich mich entschlossen habe über Achtsamkeit zu bloggen. Weshalb ich mich inzwischen auch auf das Portal „Instagram“ eingelassen habe, welches ja relativ non-verbal und daher nicht prädestiniert für tiefgreifende Diskussionen ist, habe ich damit noch nicht ganz hinreichend erklärt. Daher möchte ich an dieser Stelle ein gewisses Problem erläutern, das ich beim Bloggen über Achtsamkeit über die letzten zwei Jahre hinweg beobachtet habe:

Achtsamkeit ist nicht so leicht an den jungen Menschen zu bringen, wie ich anfangs angenommen hatte!

Wieso das so ist, darüber kann ich letztlich nur spekulieren: zu abstrakt, zu esoterisch, zu „selbsthilfe-mäßig“, zu verkopft, zu wenig visuell, zu unästhetisch? Ich habe keine Ahnung..

Was ich jedoch weiß ist, dass es ein Thema ist, das uns junge Menschen zu Zeiten von Burn-Out und den nagenden Fragen über Work-Life-Balance mehr denn je angeht. Jedoch scheint in der wenigen Freizeit, die wir alle so haben, Achtsamkeit etwas zu sein, bei dem wir jungen Menschen irgendwie nicht so recht „hängen bleiben“.

Ich selbst erwische mich dabei, dass ich mir an einem freien Sonntag lieber einen Reise-Vlog oder ein Make-Up-Tutorial anschaue, als noch ein Buch über Achtsamkeits-Methoden zu wälzen. Ich persönlich finde die bisherigen Herangehensweisen an das Thema oftmals als etwas zu trocken, zu esoterisch, einfach als „nicht anschaulich“ genug, und kompatibel meinem Leben gegenüber, um es mir in meiner wenigen Freizeit regelmäßig reinzuziehen.

Meine bisherigen Recherchen ergeben, dass Achtsamkeit bislang immer wieder auf recht ähnliche Art vermittelt wird: mal hier, mal da ein Artikel dazu. YouTube-Tutorials mit Achtsamkeits-Übungen, die irgendwie aus dem Kontext gerissen stehen. Meistens findet man dann noch bunte Mandalas, kleine Buddhafiguren und hochtrabende Begriffe, sodass ein Phänomen, das gerade für uns junge Menschen zunehmend wichtiger werden sollte, als etwas erscheint, das zu unserem Lifestyle nicht so recht passen möchte. Und diese skurrile Diskrepanz versuche ich gerade näher zu verstehen, um sie irgendwo aufzugreifen.

Ein erster Schritt besteht für mich darin, diese beschriebene Diskrepanz in diesem Post zu thematisieren, weil sie mir erst jetzt so richtig bewusst wird.

In Zeiten, in denen jeder Mensch, der nur mag, sich selbst online vermarkten kann, sollte es ja eigentlich ein Leichtes sein, Trends voranzutreiben. Jedoch geht man gerade wegen dieser Übersättigung der sozialen Netzwerke umso schneller unter, wenn man nicht eng genug am Puls der Zeit arbeitet.

Somit entschließe ich mich zunehmend dafür, herauszufinden wie man so am Puls der Zeit arbeiten kann, um bei den aktuellen Trends mitzureden. Um Dinge zu besprechen, über die sich viel zu oft ausgeschwiegen wird: über Gefühle, über Gedanken, über Identitätsfindung, über Achtsamkeit.

Und ich bin dankbar um jeden Input, der mir Aufschluss darüber geben kann, welche Medien und Wege für uns junge Leute interessant sein können. Vielleicht habt ihr ja Ideen? Wenn ja, hinterlasst mir einen Kommentar, und lasst mich wissen, über welches Medium ihr gerne Informationen bezieht!

Die Möglichkeiten sind vielseitig in Zeiten von Instagram, YouTube und Podcasts. Ich bin noch unentschlossen. Habe erst kürzlich beschlossen, der Selbstdarstellerin in mir mehr Raum zu geben, um als Werkzeug zu arbeiten, die Diskussion über Achtsamkeit voranzutreiben und breiter zu streuen.

Inspiriert wurde ich bei diesen Gedanken vor allem von der YouTuberin Shameless Maya, die sich in einer Art „Social-Media-Experiment“ ein Jahr lang selbst promotet hat, um als Fotografin und Schauspielerin, die bis dato kaum Aufträge erhalten hatte, an mehr Jobs zu kommen. Mit Beständigkeit, Mut und der Einstellung „shamelessly“ dem zuzuarbeiten, was sie vom Leben wollte, hat sie es geschafft mithilfe von den sozialen Netzwerken ihre Ziele noch und nöcher zu erreichen = mehr Aufträge zu erhalten.

Aber um zu mir und meinen achtsamen Zielen zurückzukommen: Ich bin nun den Schritt gegangen, mich bei Instagram anzumelden – als einen weiteren Weg mich über mein „Herzens-Thema“ mit jungen Menschen zu vernetzen, als einen Weg, die Selbstdarstellerin in mir zu reaktivieren, die mein momentaner Hoffnungsträger dafür ist, die Diskussion über Achtsamkeit noch größer werden zu lassen.

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Also besucht mich dort 😉

Bis bald,

Amy!

Können wir Millennials wirklich achtsam sein?

Seit geraumer Zeit arbeitet mein Kopf. Welch eine unachtsame Feststellung! Will man doch eher „kopflos“ und völlig gegenwärtig sein, wenn man einen achtsamen Lifestyle führen möchte.

Aber das ist wohl mein ewig andauerndes Lied an der Klagemauer: ich möchte achtsamer sein (sprich, mehr den gegenwärtigen Moment würdigen), dafür weniger in meinem Kopf leben. Doch bereits seit wenigen Jahren ist mir klar, dass das gar nicht so einfach ist!

 

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Sogar eine weite Reise habe ich auf mich genommen, auf einen Berg im Norden Thailands, um dem Trubel des Alltags zu entfliehen, und eine Woche lang in Stille und Achtsamkeit zu leben. Mein Verstand hat mich eines Besseren belehrt: die Maschinerie des Verstandes auszuknipsen und im Hier und Jetzt aufzugehen ist keine so leichte Kiste – selbst dort nicht, wo Achtsamkeit die oberste Priorität besitzt.

Doch für mich ist es ein unumstößliches Ziel! Achtsamer zu sein…

Bei meinem momentanen Lifestyle, der sicherlich relativ repräsentativ für den eines mehr oder minder typischen Millennials ist, wirkt die Vorstellung eines Lebens in völliger Achtsamkeit nahezu utopisch: Zwei Jobs, eine Beziehung, Freundschaften, die man pflegen möchte, Haushalt, anstehende Weihnachtstage und so weiter und so fort. Wie um Himmelswillen kann man da nur achtsam sein?

Soll ich still in auf meinem Meditationsbänkchen sitzen, Däumchen drehen und schauen, dass mir Patienten, Jobs und Freunde davon laufen, weil ich in Stille im Hier und Jetzt aufgehe?

Und wäre mir das ohnehin nicht viel zu langweilig und Verschwendung von kostbarer Lebenszeit, die man ausgiebig genießen könnte, anstatt „nur achtsam“ zu sein?

Das ist eine reale Frage, die ich mir häufig stelle.

Zuletzt hatte ich das Empfinden, mich zunehmend vom Weg der Achtsamkeit zu entfernen, was ich daran erkannte, dass ich mich häufiger gestresst und unausgeglichen fühlte.

Eine achtsame Lösung musste her: eines morgens in der letzten Woche griff ich zu einem gelb-orangenen Buch mit dem Titel „Jetzt – Die Kraft der Gegenwart“ mit einem milde lächelnden Mann mittleren Alters, namens Eckhart Tolle, auf der Rückseite aufgedruckt. Dieses lag ein ganzes Jahr lang, inzwischen leicht eingestaubt, in meinem Bücher-Regal herum. Ich nehme an, dass die mir unangenehm aufstoßende esoterische Aura von Buchcover, Titel und dem Bildchen des Autors dazu führten, dass ich es ganze 12 Monate ignorierte. Denn Esoterik löst in mir tiefsitzende Widerstände aus, auf die ich gerade nicht näher eingehen mag.

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Nun fühlte ich mich tatsächlich gestresst und unausgeglichen genug, um dieses Buch entgegen dieser diffusen inneren Widerstände in meine Handtasche zu schmeißen und in der Bahn auf meinem morgendlichen Weg zur Arbeit zu lesen zu beginnen.

Und bereits nach den ersten Seiten kam in mir eine ziemlich eindeutige Erkenntnis auf: du solltest achtsamer sein!

War mir eigentlich klar, jedoch scheinbar nicht bewusst genug. Eckhart Tolle hat mich daran erinnert! War ich wirklich so verbohrt, dass es die bloße Aura eines Buches war, die mich davon abhalten konnte, es zu lesen? Nun gut, zum Glück hatte ich mich eines Besseren belehren lassen! Eckhart Tolle erinnerte mich daran, dass ich wesentlich achtsamer sein möchte.

Dennoch ist die ganze Kiste mit der Achtsamkeit im Alltag gar nicht mal so einfach, wie sie klingen mag.

Denn unsere Probleme wirken auf uns irgendwo real, was kann Achtsamkeit da schon ausrichten?

Zunächst hilft vielleicht folgende Betrachtungsweise: nämlich dass Dramen, Stress und Überforderungen im Alltag maßgeblich mit unserer subjektiven Wahrnehmung und jeweiligen Bewertungen zusammenhängen. Oft sind es ganz unbewusste ablehnende Bewertungen unseres Verstandes auf Auslöser, die sich in unangenehmen Gefühlen niederschlagen. Wir fühlen uns mies, von der Welt schlecht behandelt, und nehmen Abstand davon anzunehmen, dass eine gegenwärtige Haltung uns bei dem jeweiligen Problem helfen könnte. Doch wenn wir in solchen Momenten mal unseren Kopf ausschalten, nach draußen blicken, unseren Atem beobachten, und uns voll und ganz dem Hier und Jetzt widmen würden, dann würden wir sehen, dass im jetzigen Moment so einiges in Ordnung ist. Der Chef hat dir wohlmöglich zu viele Aufträge gegeben, oder Person XY hat dich in harschem Ton angepampt. Doch im Hier und Jetzt ist diese Episode bereits vorüber. Wieso jetzt noch darüber lamentieren?

Ich persönlich sehe es so: wenn ich zu 100% achtsam bin, geht es mir für den Moment tatsächlich besser. Schließlich ist es in den seltensten Fällen so, dass der Chef auf deinem Nach-Hause-Weg noch neben dir sitzt, oder deine zickige Freundin dir über Stunden und Tage hinweg non-stop schnippige Kommentare entgegen schmeißt. Es sind meist vereinzelte Episoden, die uns stressen, die letztlich punktuell passieren. Und wären wir voll und ganz im Hier und Jetzt – quasi ständig – hätten wir eher selten wirklichen Anlass zur Klage.

Doch ganz so einfach funktioniert unser aktuelles Leben in Zusammenspiel mit der Achtsamkeit auch nicht…

Wie lange hätte ich wohl meinen Job, wenn zur Entlassung meiner Patienten keine Entlasspapiere vorliegen, weil ich lieber eine Runde meditiert habe, als mich unachtsamerweise in die Vergangenheit zu begeben, in der ich mental den Verlauf der Behandlung meines Patienten Revue passieren lasse? Was würde die Finanzbehörde dazu sagen, wenn man denen anstelle einer Steuererklärung einen Einzeiler zukommen ließe, in dem man erklärt, dass das Hier und Jetzt zählt, und die finanziellen Einnahmen des letzten Jahres ja inzwischen Schnee von gestern sind? Wie harmonisch wären Freundschaften, wenn man auf Unstimmigkeiten keine überlegte Reaktion zeigen würde?

Und mal ganz zugespitzt: Wie will mein Körper langfristig überleben, wenn ich mir nicht darüber Gedanken mache, wie Essen in meinen Körper kommt, woher das Geld für das Essen kommt, geschweige woher das Geld für das Dach über meinem Kopf kommt, das mich im Winter warm halten soll?

In der Steinzeit liefen solche Dinge noch wesentlich instinktiver und achtsamer ab:

Man hat das getan, was im Hier und Jetzt getan werden musste: gejagt, gesammelt, gebaut, gegessen, geschlafen, sich gepaart und maximal über das Nötigste ausgetauscht. Dann entwickelte sich der Verstand beim Menschen, der die praktische Umsetzung des Überlebens zunehmend vereinfachte. Die Menschen fingen an zu planen, zeitgleich aus vergangenen Fehlern zu lernen. Und irgendwann liefen die Dinge automatischer und vorausschauender. Der Mensch wurde im intellektuellen Sinne intelligenter. Zeitgleich weniger instinktiv, und weniger achtsam. Inzwischen wissen wir nichtmals mehr, dass ein achtsames Leben der Ursprung von allem Leben ist.

Wir haben es schlichtweg vergessen! Und jetzt haben wir eine Gesellschaft, in der Unachtsamkeit der vermeintlich natürliche Ausgangspunkt ist, der von kaum noch jemandem in Frage gestellt wird. Und irgendwo ist es ja auch ok!

Können Tagträume nicht auch schön sein?

Das Schwelgen in Erinnerungen? Im Hätte-Wäre-Wenn? In den schillernden Träumen und Wünschen, die wir uns für die Zukunft ausmalen?

Ja was denn nun? Möchte ich achtsamer sein und die „Verstandesebene“ verlassen, und zu steinzeitlichen Verhältnissen meiner Psyche zurückkehren, und meine Existenz in der Gesellschaft gefährden? Oder möchte ich eine junge Frau mit Träumen, Ideen, Plänen und schönen Erinnerungen sein? Muss ich meine Identität, mit der ich doch eigentlich gut klarkomme, aufgeben, um mich ein wenig zu entstressen? Ist es nicht das, was die ganzen Achtsamkeitsgurus suggerieren? „Sei leer. Leg dein Ego ab. Alles, was du denkst, ist dein Verstand – ergo nicht du. Du bist pures gegenwärtiges Bewusstsein“. Ich bin hin und hergerissen. Und denke mir:

Ich will beides!

Ich verzweifele zwar das ein oder andere mal an den Neurosen und Krankheiten unserer Gesellschaft, in denen ein gut ausgeleuchtetes Selfie mit schickem Filter mehr Bedeutung und Popularität beigemessen wird, als den tiefgreifenden Gedanken darüber, wie der Mensch von innen heraus glücklicher sein kann. Unsere Gesellschaft verwirrt mich, manchmal möchte ich aus ihr aussteigen. Doch bei näherem Hinschauen mag mein Verstand das bunte Treiben von uns unachtsamen Wesen zeitweise auch ganz gut leiden.

Möchte ich auf mitreißende Partys mit mir geliebten Menschen verzichten, weil es mein Verstand ist, der bespaßt werden möchte, und den Effekt von einem Glas Wein ganz gut leiden kann? Möchte ich diese Anhaftung meines Verstandes auflösen?

Bis dato sage ich nein! Und noch lauter sage ich nein zur Esoterik, die bislang den Königsweg aus Stress und Anhaftung vorgibt zu bieten.

Ich nehme mir vor mich auf die Höhen und Tiefen, die unsere unachtsame Gesellschaft so bietet, einzulassen.

Die Phänomene, die unsere Gesellschaft betreffen, ernstzunehmen, bedeutet, dass man hier und da Dinge viel zu ernst nehmen kann, die unter achtsamen Blickwinkel total nichtig sind. Das bietet völlig unnötiges Frustrationspotenziel. Das ist auch der Grund, weshalb so viele von uns so unsere Probleme damit haben, kritisiert zu werden. Unser Bild von uns selbst, das letztlich nur in unseren Köpfen besteht – etwas gänzlich Unreales – ist in Gefahr. Und wie oft springen wir Menschen auf Kritik an, und lassen sie über Stunden oder Tage hinweg unser Gefühl vergiften? Unachtsamkeit bietet viele Fallstricke, sich an Problemen aufzuhalten, die non-existent sind.

Und genau das gibt für mich die Lösung für unnötiges Leid vor:

Achtsamkeit! Die Schaffung eines Raumes, bzw. die Rückbesinnung auf einen Raum, in dem all diese gesellschaftlichen Probleme keine Nahrung finden. Und zwar der kleine Raum im Leben, in dem letztlich alles passiert: im Hier und Jetzt. Wenn ich meine Aufmerksamkeit nur stark genug diesem Punkt widme, der sich das tatsächliche Leben nennt, dann kann mir nicht viel passieren. Entweder man kann Einfluss auf das nehmen, was jetzt gerade passiert, oder man muss es hinnehmen. Wenn mir also der Alltag zu viel wird, dann kann ich mich genau darauf berufen.

Für mich ist das keine Alltagsflucht, sondern es ist eine Rückbesinnung: Man steigt quasi, wenn man achtsam ist, aus der Matrix aus, die wir als unser reales Leben wahrnehmen.

Denn genau so kann man unser „gesamtes Leben“ – metaphorisch gesprochen – am Ende betrachten: als eine Art Matrix. Unser gesamtes Leben – Erinnerungen an vergangene Ereignisse – findet letztlich nur in unserem Kopf statt. Im Hier und Jetzt hat all das, was mal war, keinen realen, greifbaren Bestand mehr – nur noch in unseren Köpfen. Nur den jetzigen Moment kann man verändern. Wenn wir vom Leben außerhalb des jetzigen Momentes sprechen, handelt es sich um eine Idee, die in unseren Köpfen existiert. Und das kann schön und faszinierend sein, genauso auch anstrengend und beängstigend. In jedem Fall ist all dies nicht die greifbare Realität, diese gibt es nur im Hier und Jetzt.

Doch ich erlaube mir in „meiner Matrix“ genau das zu tun, worauf ich Lust habe. Mir macht das Denken viel zu viel Spaß, als dass ich zum jetzigen Zeitpunkt allzu ernsthaft darauf hinarbeiten wollen würde, dieses aufzugeben. Außerdem brauche ich Verstand, Erinnerungs- und Planungsvermögen, um in unserer Gesellschaft meine Brötchen zu verdienen, Freundschaften zu pflegen, das optimale Selfie zu erstellen oder um mir die Songlyrics von meinen Lieblingstracks zu merken, um diese mit voller Imbrunst bei der nächsten erinnerungswürdigen Party mitzuträllern. Jedoch möchte ich mir eins vornehmen: meinen Verstand und all seine Inhalte (z.B. Ideen über andere Menschen und das allgemeine Geschehen in unserer Welt) etwas weniger ernst zu nehmen.

Ich erlaube mir, regelmäßig auszusteigen, Abstand zu nehmen. Ein- und auszuatmen.

Zu wissen, dass wir alle irgendwo gleich sind, egal welche Sicht wir haben. Um so etwas friedlicher zu leben.

Weniger „Hätte-Wäre-Wenn“, mehr Fokus, auf das was ist.

Und das ist nichts Neues! Nicht im geringsten erfinde ich hier ein neues Rad. Sondern rede nach dem, was Tolle, Kabat-Zinn, Thich Nhat Hanh, Buddha oder auch Laotsi schon wiederholt in verschiedenen Worten angedeutet haben.

Es ist für meine keine Religion, keine Esotherik, und frei von jeglichem Schnick Schnack zu betrachten.

Für mich ist es eine pragmatische Gewissheit, die mir hilft, in den Wirrungen des Alltags einen klaren Kopf zu bewahren.

Wie man das achtsame Leben als aktiver Akteur der Generation Y so umsetzen kann, versuche ich für mich herauszufinden, und auf diesem Weg – auf meinem Blog – in Schrift und Wort zu reflektieren.

Bis dahin – bleibt mindful! Und schaut bald wieder vorbei!

Amy.

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Was ist Hochsensibilität? – 50 Fakten über Hochsensible Menschen.

Um eines der zentralen Themen näher zu beleuchten, welches hier auf meinem Blog immer wieder an- und besprochen wird, stelle ich heute 50 Fakten über das Phänomen der „Hochsensibilität“ vor.

Immer wieder werde ich gefragt, was es denn genau damit auf sich hat, wenn man hochsensibel ist. Heute versuche ich auf die Frage „Was ist Hochsensibilität?“ eine Antwort zu geben!

Als Quelle und Grundlage für die aufgelisteten Fakten beziehe ich mich auf Ergebnisse aus psychologischen Studien, auf Beobachtungen aus dem klinischen Alltag, und natürlich auf eigene Erfahrungen. Betrachtet meine Auflistung somit als eine grobe Einleitung in ein recht komplexes Thema, quasi als eine Art „Überblick“ – weniger als harte wissenschaftliche Fakten.

Es gilt zu beachten, dass nicht alle benannten Aspekte auf jeden Menschen zutreffen, der sich als hochsensibel bezeichnen würde. Auch kann es vorkommen, dass Dinge auf Menschen zutreffen, die sich selbst so gar nicht als sensibel einschätzen.

Lange Rede kurzer Sinn: Hochsensibilität ist kein Club, dem man entweder angehört oder nicht.

In jedem Fall kann man jedoch sagen, dass das Thema der „Hochsensibilität“ für all jene interessant und relevant sein kann, die sich an der ein oder anderen Stelle der Auflistung wiederfinden.

Los geht’s!

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Hochsensible….

  1. … fühlen meist ziemlich viel, ziemlich tief, häufig sogar „zu viel“.
  2. … sind sich ihrer Hochsensibilität oft nicht bewusst.
  3. … haben die Fähigkeit zu starker Empathie.
  4. … empfinden die vielen Gefühle und Eindrücke, die auf sie eindringen, manchmal als verwirrend.
  5. … haben oft ein sehr „buntes Innenleben“. Sie denken viel über sich, die Welt und sonstiges Zeug nach.
  6. … neigen zu einer ausgeprägten Gewissenhaftigkeit.
  7. … sind schneller störanfällig, neigen dadurch zu einer gewissen Launenhaftigkeit.
  8. … können nichts für ihre Sensibilität, da es scheinbar angeboren ist.
  9. … nehmen viele Reize aus der Umwelt bewusst und unbewusst wahr.
  10. … empfinden die Reizflut als anstrengend.
  11. … spüren z.B. auch Hunger-Gefühle auf sehr intensive Art und Weise, können daher schnell „hangry“ werden.
  12. … reagieren auch stärker auf schöne und ästhetische Reize: So wurde in einer Studie herausgefunden, dass das Gehirn von HSP auf niedliche Tierbilder stärker reagiert als bei Nicht-HSPs.
  13. … fühlen sich von Musik oder Kunst stark berührt.
  14. … neigen dazu Dinge schnell persönlich zu nehmen.
  15. … haben häufig hohe Standards an sich selbst und an andere.
  16. … neigen dazu zu grübeln.
  17. … versuchen oftmals ihre Gefühlsanwandlungen zu umgehen und zu vermeiden.
  18. … können durch extrem belastende Ereignisse eine Borderline-Störung entwickeln.
  19. … profitieren besonders stark von Achtsamkeit.
  20. … sind häufig schüchtern und introvertiert .
  21. … müssen jedoch nicht schüchtern und introvertiert sein, es gibt auch die etwas seltenere Variante des extrovertierten Hochsensiblen (ca. 30% aller Hochsensiblen).
  22. … bewegen sich, wenn sie extrovertiert sind, auf einem schmalen Grad des Wohlempfindens: entweder sie sind gelangweilt oder überfordert. Die goldene Mitte dazwischen zu erreichen scheint eine lebenslange Aufgabe zu sein.
  23. … brauchen regelmäßige Auszeiten, in denen sie Ruhe erfahren und den Reizen der Außenwelt entfliehen können.
  24. … empfinden lauten Lärm, Kälte und sonstige starke Reize als unangenehm.
  25. … wünschen sich oftmals nicht ganz so „dünnhäutig“ zu sein.
  26. … sind sich oft nicht dessen bewusst, dass ein Großteil der anderen Menschen nicht ganz so heftig fühlt wie sie.
  27. … geraten hier und da in Missverständnisse, da sie so anders fühlen.
  28. … müssen die Verantwortung für ihr Wohlbefinden bei sich selbst suchen – denn kein anderer kann einem HSP diesen komplizierten Job abnehmen.
  29. … sollten für Harmonie in ihrem Umfeld sorgen, damit sie selbst innerlich ausgeglichen sein können. Denn jedes Drama geht an die Nerven, eigentlich bei jedem Menschen. Bei dem Hochsensiblen jedoch umso mehr!
  30. … werden oft fälschlicherweise als „ängstlich“ und „neurotisch“ betrachtet.
  31. … können durch Therapeuten und Mediziner häufig nicht adäquat unterstützt werden, da die Hochsensibilität in der Ausbildung der heilenden Berufe bislang noch nicht angekommen ist. Wie soll etwas berücksichtigt und adäquat behandelt werden, was kaum bekannt ist?
  32. … empfinden es oft als befreiend sich ihrer Hochsensibilität bewusst zu werden. Plötzlich erklärt sich so einiges, was nun in einem etwas anderen Licht erscheint.
  33. … nehmen negative Vibes schnell und ziemlich ungefiltert war.
  34. … profitieren vor allem in früher Kindheit von einer stabilen Bindung zu den Eltern und einem unterstützenden häuslichen Hintergrund. Unsicherheit in der Kindheit kann zu einem gestörten Umgang mit den eigenen Gefühlen führen.
  35. … findet man mit einer Quote von etwa 20% bei den Menschen, kultur- und geschlechter-übergreifend (sogar auch im Tierreich!).
  36. … tun sich oftmals schwer auf andere zuzugehen. Sie werden daher oft als „gehemmt“ wahrgenommen.
  37. … empfinden ihr komplexes Gefühlsleben, trotz der Tiefen und Überreizungen, oft als etwas Besonderes.
  38. … werden durch negative Stimmungen anderer Menschen stark beeinträchtigt.
  39. … sind intuitive Menschen.
  40. … sind aufgrund ihrer Wahrnehmung von vielen Details gute Beobachter.
  41. … sind in ihrer Reizverarbeitung langsamer als Nicht-HSP.
  42. … können ihre Feinfühligkeit nicht mal eben „ausschalten“.
  43. … sind schmerzempfindlicher.
  44. … empfinden das Bedürfnis anderen helfen zu wollen. Zeitgleich scheint ihnen Harmonie ein wichtiges Bedürfnis zu sein.
  45. … wurden von der Psychologin Elaine Aron als solche benannt. Sie war die erste, die zu diesem Thema seriös und umfassend geforscht hat. Weitere Forschung ist noch notwendig um ein tieferes Verständnis für das Phänomen zu finden.
  46. … scheinen mehr zu fühlen und wahrzunehmen, da der Thalamus bei HSP scheinbar anders arbeitet als bei Menschen, die weniger sensibel sind. Der Thalamus ist eine zentrale Hirnstruktur, die mitunter einstuft wie wichtig und relevant ein sensorischer Reiz ist. Man kann sich somit vorstellen, dass der Thalamus bei den Hochsensiblen wesentlich mehr Reize als relevant bewertet. Auch der Hypothalamus, der unser vegetatives Nervensystem reguliert, scheint bei der Hochsensibilität mitbeteiligt zu sein.
  47. … nehmen Reiz- und Gefühlsüberflutungen oftmals auch auf körperlicher Ebene wahr. Hier kommt wohl der Hypothalamus ins Spiel: dieser steuert die Freisetzung von Stresshormonen (Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin). Scheinbar schütten Hochsensible mehr Stresshormone aus.
  48. … sind aufgrund ihrer Hochsensibilität nicht als krank einzustufen. Hochsensibilität ist eine Art der Beschaffenheit des Nervensystems und gewisser Hirnstrukturen. Ein unachtsamer Umgang mit der eigenen Emotionalität kann jedoch eine Kette an Problemen nach sich ziehen, und kann krank machen – muss es jedoch nicht.
  49. … haben ihre Hochsensibilität vermutlich von ihren Eltern oder anderen Vorfahren geerbt.
  50. … haben zwar die Fähigkeit zur Empathie, können jedoch gerade dann, wenn sie selbst und andere Menschen ihre Hochsensibilität nicht gut verstehen, in Konflikte geraten und alles andere als empathisch oder sensibel erscheinen.

So das war es vorerst. Es gibt noch vieles mehr zu dem Thema zu sagen und zu schreiben. Wie sagt man so schön? To be continued…

Ich hoffe , dass die Auflistung erst einmal einen guten Überblick geben konnte.

Wer sich in das Thema weiter einlesen möchte, dem empfehle ich das Standard-Werk von der Psychologin und Pionieren auf dem Gebiet: Elaine Aron („Sind Sie hochsensibel?“). Einen frei zugänglichen, wissenschaftlich validierten Test von ihr gibt es hier.

Bis demnächst,

eure Amy!

Wie mich mein Perfektionismus in die Achtsamkeit trieb.

Je älter, erwachsener, lebenserfahrener und vermutlich auch je weiser ich werde, desto mehr wird mir Folgendes bewusst: Ein starkes Streben nach Perfektion kann an einigen Stellen Wunder bewirken und die für uns wichtigen Dinge vorantreiben. An anderen Stellen hingegen kann es vieles verlangsamen, blockieren oder auch vollständig verhindern. Segen und Fluch, wie man so schön sagt…

schreiben-florentin

Meine persönliche Anekdote zu diesem Thema liegt ungefähr 3-einhalb Jahre zurück, und betrifft den Entstehungsprozess meiner Masterarbeit:

Offensichtlich war ich von der Idee besessen, die perfekte Arbeit zu schreiben. Es war mein Thema, mein Baby. Und es sollte perfekt zu Papier gebracht werden. Das letztendliche Ergebnis: Naja, es war gut. Ziemlich gut sogar! Aber mein Gott… war ich durch mit der Welt!

Extrem durch! Viel zu wenig gegessen, viel zu wenig geschlafen, viel zu viel Koffein! Und das über einige Wochen hinweg… Förmlich festgeklebt auf einem Stuhl an dem Küchentisch meiner Mutter, nicht so recht empfänglich für das, was sich außerhalb dieses Zimmers abspielte. Die Sonne ging auf, die Sonne ging unter. Die Tage und Wochen zogen so vor sich hin. Alles egal, Hauptsache die Arbeit wird bombe!

Aber nun gut, am Ende war die Arbeit recht solide. Aber stand dieses zufriedenstellende Ergebnis in Relation zu den multiplen Meltdowns, die ich an diesem Küchentisch über mich habe ergehen lassen? Nunja… Bereits im Prozess des Schreibens hatte ich eine gewisse Ahnung darüber, dass das, was ich tat, nicht gerade gesund und ergiebig war. Handelte es sich irgendwann schließlich nur noch um die mechanische Bearbeitung von Details, die für eine ausschlaggebende Notengebung doch meistens keine Rolle mehr spielt, an der man sich jedoch problemlos tagelang aufhalten kann.

Doch bevor ich damit beginnen konnte, diesen verstörend stark ausgeprägten Sinn nach Perfektion auf aufrichtige Art zu hinterfragen und aktiv zu bearbeiten, musste ich noch eine Kleinigkeit erledigen: die perfekte Masterarbeit einreichen! Was ich am Ende natürlich nicht tat.

Wieso?

Denn Perfektion zu erreichen ist schlichtweg unmöglich.

Nach dem Druckvorgang der finalen Arbeit überflog ich die ersten Seiten, und da war er: Ein Tippfehler!! Den meine übermüdeten Augen und mein unterversorgtes Gehirn mitsamt sprunghafter und leicht zerfahrener Aufmerksamkeitsspanne offensichtlich zehntausendmal übersehen hatten. Wie um Himmelswillen war das nur möglich??

Drei Monate später kam ich dem zögerlichen Beginn einer Antwort auf die Schliche… Durch eine fehlgeleitete SMS sendete mir ein Freund ein buddhistisches Zitat zu, dessen Inhalt ich mit meinem verwestlichten Verstand natürlich überhaupt nicht schnallte, jedoch aus Neugierde unbedingt verstehen wollte. Ohnehin war ich auf der Suche nach irgendetwas, was mir hätte helfen können, mich ein wenig zu „entstressen“. An dem Tag, als mich diese fehlgeleitete SMS mitsamt buddhistischer Botschaft erreichte, war mein erstes Gespräch über Achtsamkeit geboren – und zwar mit diesem Freund von mir, der versehentlich mir, anstelle eines Freundes von ihm, Buddhas Weisheit hat zukommen lassen.

Ich stellte ihm noch Wochen und Monate darauf immer wieder Verständnis-Fragen zum Thema Achtsamkeit, weil er so ziemlich der einzige Mensch in meinem Umfeld war, der etwas damit am Hut hatte.

Mein Interesse wuchs stetig weiter, sowie auch mein Verständnis dafür, auf welch tiefgreifende Art das Leben sich bei einem selbst verändert, wenn man sich dazu entschließt häufiger mal das Hier und Jetzt zu würdigen, anstatt pausenlos im „hätte, wäre, wenn“- Bereich des eigenen Verstandes umher zu eilen.

Irgendwann stieß ich dann auf Osho – was für eine Offenbarung… Nach meiner Einschätzung muss dieser Mann eine recht verschrobene Person gewesen sein. Hat irgendeine komische Sekte gegründet, in der es scheinbar jeder mit jedem getrieben hat. So munkelt man zumindest. Dennoch hat er in meinen Augen wahnsinnig interessante Ansichten auf das Leben, auf Achtsamkeit, sowie auch auf das Thema „Perfektion“ vermittelt:

Osho war der Ansicht, dass die Welt ein wundervoller Ort sei, eben weil er so extrem „unperfekt“ ist. Denn ständig ist hier etwas zu tun! Ständig verändert die Welt sich. Ständig entwickeln sich Dinge weiter. Und das ist gut so! Wenn die Welt perfekt wäre, wäre sie tot. Mausetot! Entwicklung ist am Ende ja nur dort möglich, wo Perfektion fehlt. Perfektion setzt einen Endpunkt. Perfektion ist der ultimative Tod. Über den ultimativ perfekten Punkt hinaus gibt es nichts mehr zu erreichen. Daher empfiehlt Osho, sich immer an Folgendes zu erinnern:

Du bist nicht perfekt, ebenso wenig ist es der Kosmos. In dem Sinne ist es absolut wegweisend das „Unperfekte“ zu lieben und zu feiern.

strand-tel-aviv

Sicher… ein gewisser innerer Drive sein Bestes geben zu wollen, das Bedürfnis am Ball zu bleiben, und daran zu arbeiten die beste Version seiner selbst zu werden, ist tatsächlich Bestandteil eines wichtigen menschlichen Grundbedürfnisses (=Selbstaktualisierung).

Jedoch verwende dies stets mit Obacht: Denn falls Perfektion dein ultimatives Ziel sein sollte, wirst du auf dem Weg zur Erlangung dieses Ziels höchstwahrscheinlich umkommen. Denn Perfektion ist am Ende ja doch nie zu erreichen. Und das ist gut so!

Stell dir vor, wie unerträglich langweilig das Leben ohne Tippfehler, ohne spontane Anwandlungen von Tollpatschigkeit oder ohne die Momente wäre, in denen man langsam aber sicher vom geplanten Weg abwandert. Um sich am Ende auf ungeahnten Wegen wiederzufinden, die einen vom ursprünglichen Ziel wegführen, oftmals weg von dem „perfekten“ Ziel, hin zu etwas Neuem, etwas Unbekanntem, etwas „Unperfektem“, möglicherweise jedoch genau perfekt für dich?

Ähnlich habe ich es mit diesem verirrten buddhistischen Zitat empfunden, das mir dank Zahlendreher auf’s Handy geschickt wurde, und mich mit einem Thema konfrontierte, das mich seit jeher nicht mehr losgelassen hat. Das mir viele, viele Momente bescherte, in denen ich mich bewusst gegen perfektionistische Mantras entschieden habe. Dies war nicht immer leicht. Oft ist es noch mit Hadern und Unsicherheit verbunden. Dennoch war die Begegnung mit der Achtsamkeit eine der wichtigsten Begebenheiten in meinem bisherigen Leben. Und die Reise von Perfektion in Richtung Achtsamkeit ist eine der aufregendsten Reisen, die ich mir vorstellen kann.

So weit so gut.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Bis demnächst,

Amy

Kopf aus, Musik umso lauter.

Heute nur ein kurzes Lebenszeichen nach meinem recht wortreichen Debüt auf diesem brandneuen Blog von mir:

Was ein Tag! Der Himmel war heute grau in grau. Visiten, Einzelgespräche, Teambesprechungen und der alltägliche Klinikwahnsinn wollten nicht so recht enden. Eine Erkältung bahnt sich an, die energisch mit heißer Zitrone, Glückstee und dicken Schals bekämpft wird.

Der Alltag kann brutal sein!

Ein Umstand, der mir schon immer gewisse Probleme bereitet hat… Auch über 3 Jahre post Einzug von Achtsamkeit in mein Leben will sich die ach-so-erhoffte Gelassenheit den alltäglichen Anstrengungen gegenüber oftmals nicht so recht einstellen. Ist wohl der Hochsensibilität geschuldet, wie ich mir inzwischen immer wieder zu erklären versuche.

Was hilft an solchen Tagen? So einiges… Doch die eher kopflastigen Details werde ich auf einen späteren Zeitpunkt vertagen, an dem ich mich verbaler fühle als an diesem eingeregneten November-Abend, nach einem Tag, der für meinen Geschmack schon viel zu verbal war.

Also mache ich den Kopf aus, und die Musik umso lauter…

Bis zum nächsten Mal!

Amy.