Achtsamkeit auf Instagram. – Sinnvoll oder ein Widerspruch?

Ich habe es getan… Mir ein Profil auf Instagram zugelegt! Yai… Oder wohl doch eher: Ohje?!

Dieses ganze Instagram-Ding habe ich bislang eher kritisch gesehen. Unmengen an Menschen, die sich mit vollem Körpereinsatz in unnatürlich ausschauende Posen werfen, ihr Essen drappieren und von diversen Winkeln ablichten, um das perfekte #picoftheday hochzuladen. Vorher wird dies noch mit einem schicken Filter überzogen, et voilà! Die Likes können kommen!

Also wieso tummele ich mich nun mit meiner achtsamen Mission auf dieser Monster-Ego-Plattform namens Instagram herum?

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Nunja… Da gibt es verschiedene Aspekte einer Antwort, die ich im Folgenden darstellen möchte:

1. Es ist schwer zuzugeben, aber im Herzen bin ich eine Selbstdarstellerin. Als versuchsweise achtsames Wesen ist diese Erkenntnis eine bittere Pille. Jedoch bringt es nichts, drum herum zu schwafeln: ich mag es zu einer gewissen Dosis positive Aufmerksamkeit zu erhalten. Sei es als Kind auf der Bühne von Musical-Produktionen, als Teenie bei HipHop-Tanz-Performances, als Studentin bei Fotoshootings oder jetzt als berufstätige Psychologin auf diversen Blogging-Plattformen. Soll heißen: Irgendwo scheine ich bewusst oder unbewusst immer wieder der Interaktion und der Aufmerksamkeit meiner Umwelt entgegen zu streben. Psychologen nennen dieses Phänomen Extraversion als Gegenstück zur Introversion. Als Teenie und in meinen anfänglichen 20ern versuchte ich mir dieses Streben nach Aufmerksamkeit auszureden – zu groß die Gefahr auf Ablehnung zu treffen, mit der ich lange Zeit so meine Probleme hatte. Aber wenn ich mal einen achtsamen Blick auf mein Leben und mein Wesen werfe, ist es so, dass ich Aufmerksamkeit durch andere ab und zu ganz gut leiden kann. Mir ist bewusst, wie hochtrabend das klingen mag… Aber wieso um den heißen Brei reden?

2. Achtsamkeit zu verbreiten ist mein Anliegen! Im zweiten Aspekt meiner Beweggründe für Instagram ist es so, dass ich von Herzen gerne auch Psychologin und Psychotherapeutin bin. Ich liebe den Part meines Jobs, an dem ich dem ein oder anderen Menschen dabei helfen kann, ihr Leben an gewissen Stellen zu optimieren. Der Mensch geht den Weg, ich als Therapeutin gebe Input, der dem Menschen helfen kann, neue Entscheidungen zu treffen, mit denen er oder sie glücklicher und zufriedener sein kann.

Ich mag meinen Job als Psychotherapeutin sogar so sehr, dass ich die Arbeit an Selbstentwicklung und Identitätsfindung nicht nur bei meinen Patienten vorantreibe, sondern von vielen Erkenntnissen über Psychologie und Psychotherapie selbst auch profitiere. Gerade die Achtsamkeit als Königsweg zu einem ausgeglichenen Leben sticht für mich seit mehreren Jahren heraus. Es hat mein Leben tiefgreifend verändert, und auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind mehr als vielversprechend. Und es macht mir wahnsinnig viel Spaß darüber nachzudenken, zu sprechen und zu schreiben.

3. Achtsamkeit an den jungen Menschen zu bringen ist keine leichte Kiste! Nun habe ich bislang dargelegt, weshalb ich mich entschlossen habe über Achtsamkeit zu bloggen. Weshalb ich mich inzwischen auch auf das Portal „Instagram“ eingelassen habe, welches ja relativ non-verbal und daher nicht prädestiniert für tiefgreifende Diskussionen ist, habe ich damit noch nicht ganz hinreichend erklärt. Daher möchte ich an dieser Stelle ein gewisses Problem erläutern, das ich beim Bloggen über Achtsamkeit über die letzten zwei Jahre hinweg beobachtet habe:

Achtsamkeit ist nicht so leicht an den jungen Menschen zu bringen, wie ich anfangs angenommen hatte!

Wieso das so ist, darüber kann ich letztlich nur spekulieren: zu abstrakt, zu esoterisch, zu „selbsthilfe-mäßig“, zu verkopft, zu wenig visuell, zu unästhetisch? Ich habe keine Ahnung..

Was ich jedoch weiß ist, dass es ein Thema ist, das uns junge Menschen zu Zeiten von Burn-Out und den nagenden Fragen über Work-Life-Balance mehr denn je angeht. Jedoch scheint in der wenigen Freizeit, die wir alle so haben, Achtsamkeit etwas zu sein, bei dem wir jungen Menschen irgendwie nicht so recht „hängen bleiben“.

Ich selbst erwische mich dabei, dass ich mir an einem freien Sonntag lieber einen Reise-Vlog oder ein Make-Up-Tutorial anschaue, als noch ein Buch über Achtsamkeits-Methoden zu wälzen. Ich persönlich finde die bisherigen Herangehensweisen an das Thema oftmals als etwas zu trocken, zu esoterisch, einfach als „nicht anschaulich“ genug, und kompatibel meinem Leben gegenüber, um es mir in meiner wenigen Freizeit regelmäßig reinzuziehen.

Meine bisherigen Recherchen ergeben, dass Achtsamkeit bislang immer wieder auf recht ähnliche Art vermittelt wird: mal hier, mal da ein Artikel dazu. YouTube-Tutorials mit Achtsamkeits-Übungen, die irgendwie aus dem Kontext gerissen stehen. Meistens findet man dann noch bunte Mandalas, kleine Buddhafiguren und hochtrabende Begriffe, sodass ein Phänomen, das gerade für uns junge Menschen zunehmend wichtiger werden sollte, als etwas erscheint, das zu unserem Lifestyle nicht so recht passen möchte. Und diese skurrile Diskrepanz versuche ich gerade näher zu verstehen, um sie irgendwo aufzugreifen.

Ein erster Schritt besteht für mich darin, diese beschriebene Diskrepanz in diesem Post zu thematisieren, weil sie mir erst jetzt so richtig bewusst wird.

In Zeiten, in denen jeder Mensch, der nur mag, sich selbst online vermarkten kann, sollte es ja eigentlich ein Leichtes sein, Trends voranzutreiben. Jedoch geht man gerade wegen dieser Übersättigung der sozialen Netzwerke umso schneller unter, wenn man nicht eng genug am Puls der Zeit arbeitet.

Somit entschließe ich mich zunehmend dafür, herauszufinden wie man so am Puls der Zeit arbeiten kann, um bei den aktuellen Trends mitzureden. Um Dinge zu besprechen, über die sich viel zu oft ausgeschwiegen wird: über Gefühle, über Gedanken, über Identitätsfindung, über Achtsamkeit.

Und ich bin dankbar um jeden Input, der mir Aufschluss darüber geben kann, welche Medien und Wege für uns junge Leute interessant sein können. Vielleicht habt ihr ja Ideen? Wenn ja, hinterlasst mir einen Kommentar, und lasst mich wissen, über welches Medium ihr gerne Informationen bezieht!

Die Möglichkeiten sind vielseitig in Zeiten von Instagram, YouTube und Podcasts. Ich bin noch unentschlossen. Habe erst kürzlich beschlossen, der Selbstdarstellerin in mir mehr Raum zu geben, um als Werkzeug zu arbeiten, die Diskussion über Achtsamkeit voranzutreiben und breiter zu streuen.

Inspiriert wurde ich bei diesen Gedanken vor allem von der YouTuberin Shameless Maya, die sich in einer Art „Social-Media-Experiment“ ein Jahr lang selbst promotet hat, um als Fotografin und Schauspielerin, die bis dato kaum Aufträge erhalten hatte, an mehr Jobs zu kommen. Mit Beständigkeit, Mut und der Einstellung „shamelessly“ dem zuzuarbeiten, was sie vom Leben wollte, hat sie es geschafft mithilfe von den sozialen Netzwerken ihre Ziele noch und nöcher zu erreichen = mehr Aufträge zu erhalten.

Aber um zu mir und meinen achtsamen Zielen zurückzukommen: Ich bin nun den Schritt gegangen, mich bei Instagram anzumelden – als einen weiteren Weg mich über mein „Herzens-Thema“ mit jungen Menschen zu vernetzen, als einen Weg, die Selbstdarstellerin in mir zu reaktivieren, die mein momentaner Hoffnungsträger dafür ist, die Diskussion über Achtsamkeit noch größer werden zu lassen.

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Also besucht mich dort 😉

Bis bald,

Amy!

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